Arte TV: Die besondere Wissenschaft vom Urin

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Martin Lara (rechts, links Dokufilmer Thierry Berrod) ist Anhänger der Urintherapie: Er will New Yorkern zeigen, dass die Zweifel an der Wirkung der Therapie unbegründet sind. (Bild: Arte/Thierry Berrod)

Ja, eine ganze fast eine Stunde lange Dokumentation geht es am Freitag den 14. November um 21.45 Uhr bei Arte um Pipi. Wobei das nun auch noch patentiert wurde – bald muß man wohl zum Pinkeln auch noch Lizenzgebühren zahlen =:-O

Arzneimittel, Energieträger, Rohstoff und sogar Dünger: Der menschliche Harnstoff verfügt über nützliche Wirkstoffe und bietet eine Vielzahl von Verwendungsmöglichkeiten. Das belegen internationale wissenschaftliche Studien. Kein Wunder, dass Urin bereits Gegenstand zahlreicher Patente ist.

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„Etwa einem Drittel der Menschen in westlichen Ländern ist es unangenehm, auf öffentliche Toiletten zu gehen.“, so der Text zu diesem Bild. Sie pinkeln also lieber auf den Boden??? In die Hose wäre privater… 😉 (Bild: Arte/Thierry Berrod)

Hier noch weitere Informationen zur Sendung:

Schwerpunkt: Medizin kontrovers

Nur wenige wissen, dass der menschliche Fötus seine ersten Lebensmonate im eigenen Urin verbringt. Die Fruchtblase besteht zu 80 Prozent aus dem Urin des Fötus, der jeden Tag etwa zwei Gläser davon produziert. Im Laufe seines Lebens produziert jeder Mensch rund 38.000 Liter Urin. Beschäftigt man sich aus wissenschaftlicher Sicht näher mit dem menschlichen Harn, zeigen sich seine zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten: als Arzneimittel in der Medizin, als Energiequelle in der Technik, als Rohstoff und sogar als Dünger. Viele dieser Einsatzbereiche sind bereits patentiert.
Urokinase beispielsweise, ein Produkt, das Blutgerinnsel auflöst, wird bereits aus Urinproteinen hergestellt. Premarin ist ein Medikament zur Behandlung von Wechseljahrbeschwerden. Urin findet auch in der Homöopathie Anwendung. Auch bestimmte Schlafmittel oder Kosmetikprodukte enthalten Urinderivate wie etwa Harnstoff. Der Urin des Menschen ist sehr sauber: Er besteht zu 95 Prozent aus Wasser und zu fünf Prozent aus Endprodukten des Stoffwechsels: Harnstoff, Kreatinin, Natrium, Kalium, Chlor und Magnesium. Jüngste Studien zeigen, dass unser Urin über 3.000 chemische Bestandteile aufweist.
Da Urin Nährstoffe wie Phosphor, Stickstoff und Kalium enthält, findet er in einem Umweltschutzprojekt in China bereits als biologischer Dünger Einsatz. An einer Schule, die nur Jungen besuchen, wird Urin gesammelt, um ihn anschließend zu recyceln. In Europa ist das Düngen mit Urin verboten, da der menschliche Harn wie auch der von Nutztieren oft Spuren von Hormonen enthält. Die Forschung arbeitet bereits an einer Lösung dieses Problems.
Die Dokumentation „Die besondere Wissenschaft vom Urin“ zeigt anhand von Aufnahmen schnell-aufzeichnender Wärmekameras die Funktionsweise der Flüssigkeit und geht ihrem Nutzen für die Wissenschaft nach.

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Scott Chen wurde zum Millionär, indem er Urin von Schulkindern zur Düngung von Apfelplantagen und Kirschbäumen nutzte. (Bild: Arte/Thierry Berrod)

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